Fotografie - an einem Herbsttag aufgenommen! 
31.10.13, 06:13
Geposted von Kerstin Seidel

Fotografie - an einem Herbsttag aufgenommen!



Halbtransparent
deine Augen
deine Finger
an forschendem Objektiv
lässig-barock
ohne Lächeln ich
klug so tapfer
unser ganzes Leben
noch vor uns seit ewig
und jeder Augenblick zählt
doppelt
wie die Lichtverhältnisse
bist du immer noch
schön wie du sagst,
so lange das Laub
uns bedeckt ist es
nicht zu spät


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Plötzlich 
30.10.13, 17:00
Geposted von Kerstin Seidel

Plötzlich,



war es mir gleichgültig
ob jemand groß sagt oder klein
sagt weiter Ich zu sein
bedarf es eigener Perspektiven
sag hast du mich verlassen
wowann war das sag
bleib bei mir ein ganz gerades
Gefühl wie Glück so flach
unter der Oberfläche schimmernd
mein ist das Jetzt sag nimm
was du fühlst weiß ich genau
und kann es doch nicht sagen



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Begegnung! 
29.10.13, 19:34
Geposted von Kerstin Seidel

Begegnung!



Du kamst
und ich ging
ganz leicht
auf dich zu
meine Schuhe
waren noch
dieselben
nicht älter
als die Welt
sich häutend
am Rocksaum
mein Mitbringsel
war mein Traum
von uns kaum Zeit
mir die Schnürsenkel
zu binden
vor dem Ampelrot
stopp stopp
die Lichter
so schnell kann doch
kein Leben sein


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Der Sommer 
27.10.13, 11:01
Geposted von Kerstin Seidel

Der Sommer



nun ausgewelkt
macht Platz für Küsse im Herbstlicht
dein Haar so zerwühlt unfassbar
wie die Gedanken an dich
in den Nächten bleibt mir der Mond
treu und vollmundig rund
meine Lippen auf deiner Brust
allerhand Leben ein Herzlied
da du kamst aus dir singend
mach ich mein neues Kleid
bauschig üppig rotbraun weich
bette meinen Schoß auf dir
noch immer verströmt
deine Haut diesen Rosenduft



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Im Grunde 
26.10.13, 16:58
Geposted von Kerstin Seidel

Im Grunde,


fehlt mir nichts
also weder noch
man sagt wohl
weiß der Himmel
der fehlt nichts
das Firmament
geordnet im Winkel
eine Fliege löst
Zweifel aus also
strenggenommen
aber er ist jetzt
an der Luft
zerreißt ein Herz
fällt vielleicht doch
wie Obst noch lange
schön am Boden sein
ist auch ein heißes
Pflaster von dort ich
dieser Rundblick
schon fernster Ort
auf Erden obwohl
mein Kinn oben bleibt



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Süß bist du 
23.10.13, 06:40
Geposted von Kerstin Seidel

Süß bist du Geliebter



Wie Honig süß
tropfen deine Worte
in mein Ohr
und malen Rosen zart
entschlummert doch
ewig jung bedeckt
vom Schnee der Tage
bleibt mein Herz
dir treu in dunklen Zeiten
schweiget still
ihr Zweifler lebt
im Echo nur
der goldnen Seelen-
feuer spendet Hoffnung
uns gehört das Morgen
wo du bist mir Flamme
umarme heiße Gier
und lass mich
deinen Nektar trinken
denn Geliebter
wie honigsüß
bist du


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Pälzisch! 
12.10.13, 11:07
Geposted von Kerstin Seidel

Pälzisch!



Da rein muss ich wieder
in meinen Dialekt, sag
Mädsche, Lädsche, Städsche
wie genau, das wird sich zeigen
da hinein muss ich, Revoluzzer
gegen den rechten Glauben
der Thomas Müntzer auch so einer
gewesen, der Bauernversteher
der Büttelderber, der Priester-
fänger und ich muss auch runter
auf die Knie in meiner Sprache
schreibt sich die Wahrheit wahrer

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Ansichten des Rheins! 
12.10.13, 11:04
Geposted von Kerstin Seidel
aus den "Heimwehversen":

Ansichten des Rheins!



Hast du
den Vater Rhein
in seinem Bett gesehen?
da liegt er nackt
auf fetten grünen Wiesen
und träumt den Traum
der Größe einst besungen
der Nibelungenschatz nun
ruht an seiner Brust der Ring
wo Wallküren wogen unter
seiner schaumgekrönten Decke
ein Strom der Lust
ein dunkler Fürst
sein Mantel fein gesäumt
von bunter Burgenpracht
o copias flumen traducere
so viele schon hast du gesehen
und ziehen noch hoffend
hinüber in die bessere Zeit
bleibt dir genug du bist
ewig derselbe und doch stets
neu und unbezähmt nach dir
ist meine Sehnsucht



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Pax generis! 
11.10.13, 09:03
Geposted von Kerstin Seidel

Pax generis!


Die Geschlechter
haben sich
den Frieden erklärt
das Leben steht jetzt
gerade nicht Kopf
nicht Bauch beide
ein Herz und eine Seele
nur männlich nur
weiblich sind sie
ewig Suchende und
nun das Finden vom Wir
so vollständig endlich
alle Minenfelder
geräumt




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I follow! 
10.10.13, 20:10
Geposted von Kerstin Seidel

I follow!



Über der Elbe
hängen die Wolken tief
im Nebel versunken bleibt
Krautsand nicht dabei
war ich und du als hier
der Fluss anschwoll zur reißenden
Flut der friedvolle Strom doch
die Nässe kommt, ich spüre sie
ein Ziehen schon im Blut du
frierst willst warme Brühe
geh und zieh dir warme Socken an
ich schwitze Angst aus allen Poren,
gegen die Hitze dieses Sommers
muss man lüften so stickig
können manche Orte sein doch
deine Stimme spendet wohliges
Gefühl nur einen Augenblick durch
Zimmerwände dröhnt "I follow rivers"
und wir bitten lass diese Nacht
an uns vorüber gehen

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