Aufgrund 
10.3.19, 19:15
Geposted von Kerstin Seidel

AUFGRUND



Sie schien, zu lauschen
ob sein Herz noch schlug
zurück gekehrt vom Dunkel
war hier sein Zuhause er war
das Kind im Brunnen nur Farne
und Farben kletterten am geknüpften
Seil seiner Selbst ans Licht
gegen die Angst half ihm
die Partitur des Pinsels
löste Formen in Fantasie
und Dinge von Namen, Tage, Nächte
nichts als Nuancen seiner Tiefe
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Genesung 
10.3.19, 19:04
Geposted von Kerstin Seidel

GENESUNG


Du nistest tief im Zweiggewöll
der Weide wachsen Winterfrüchte
deinem Wesen geb ich Wohnung
wie die Wallnussschale wickelst du
nackte Worte in das Fuchsfell und
vom Deich rufen Vögel fremde Bilder
die jetzt Schatten werfen auf Papier
schreibst du deinen Namen neu
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Augenblick 
10.3.19, 19:01
Geposted von Kerstin Seidel

AUGENBLICK



Diese zitternde Stunde
am Grunde unseres Seins,
die unsere Farben ins Endlose
schleuderte und das Licht
in Schlaflosigkeit bannte
dein Blick die Nachmittage neu
führte uns zu den Ursprüngen
unserer Unmöglichkeit zurück,
zu den Wurzeln unserer Wahrheit
bis unsere Lippen
und unsere Hände voll
waren mit den Versprechen,
die die Welt uns gab, um uns
in ihrem Schweigen zu erneuern
im Augenblick unserer Anwesenheit
im Spiegel des Seins,
als Wir nach Lichtklecksen suchten
und mit Leichtigkeit geboren wurden
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FREI 
10.3.19, 18:59
Geposted von Kerstin Seidel

FREI



die Wände des Hauses zerbrachen
verbrannt wie Zigarettenpapier
wachsen andernorts wieder nach
rissig, mit Absenkungen.

Mein Haus ist jeden Tag neu:
beweglich, mäandernde Korridore
atmen mit einer Stimme die Stille
steht im Spiegel, der blind ist.

In meinem Garten liegen Schätze,
ein Kind, dem die Schultern
zu Schwingen wuchsen, ein Ball,
ein Korb, Kohle.

Eines Tages, war mein Haus fort,
eine Fantasie, Origamipapiervogel,
Ortlosigkeit und ich suchte
die Trümmer unter gelbem Regenhimmel,

da flog mein Traum davon,
ein Schwarm brennender Vögel
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Hoffnung 
10.3.19, 18:57
Geposted von Kerstin Seidel

HOFFNUNG



Niemand, der niemand zu Nichts
entführt die schmalen Schatten
hinter vernageltem Tor stummen
die Sterne und werfen ihr Licht
ins Dunkel treten traurige Tänzer
hinter Gerümpel hervor trotzend
dem bröselnden Putz,
dem bröckelnden Stein
komm du, Tag,
brennender Bruder
erleuchte das Bild,
bunte die Stunde mit
frenetischen Farben und
füge die Trümmer
zum Tragen des Daches,
zum Morgen der Münder,
die küssen und glauben
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Hinauf 
10.3.19, 18:52
Geposted von Kerstin Seidel

HINAUF



Wir denken hinauf
jeden Tag, den wir feiern
gilt einem Gipfel oben lachen
und jubeln und tanzen wir
vor Freude auf Flügeln fliegen
zum Horizont wir Helden
der Welt ziehen voll Wunder
weiter, aber unser Basislager
ist unsere Sphäre die Milchstraße
der Möglichkeiten, fließende Farben,
bergauf ziehen wir dahin,
wieviele Gipfel noch verborgen
unter Wolken ragen sie auf
in unserem Wünschen,
das uns nie verlässt
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Frühling 
10.3.19, 18:50
Geposted von Kerstin Seidel

FRÜHLING



Es wird alles gut werden
die Räume werden sich füllen
mit Musik,
die man am Anfang der Sterne hört,
mit Körben und Kannen voller Staub
dann wird es lange regnen,
aber meiner Liebe wird das egal sein
warum?, weil sie eine Heimat hat
frei von Schmerzen
und sie wird träumen
nicht nur im Schlaf in der Umarmung
der Nacht spürt sie den
nächsten Frühling,
wenn alles besser wird

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Phönix 
10.3.19, 18:49
Geposted von Kerstin Seidel

PHÖNIX



Wenn der Sommer da ist
werden wir Träume leben
und Geld haben genug
zum Reisen einen Plan
schmieden verrückt und
erfolgreich werden, es wird alles
so gut werden, dass wir
sprechen und schreiben
aufgeben können und nur
fühlen und freuen,
wenn er da ist
werden wir unsere Worte
verbrennen und Bilder malen
in Asche und Farben
werden wir auferstehen
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Querfeldein 
10.3.19, 18:48
Geposted von Kerstin Seidel

QUERFELDEIN



Ich wollte nicht abgemalt sein
sondern echt mit dem Wort
neu ! -
jeden Tag wieder eine Entdeckung
auf deiner lichtempfindlichen Haut
scharf gestellt übten wir uns in
der Kunst die Dinge, neu zu benennen,
den Deich, den Weg, der sich windet
unter den Bäumen senkte sich
das Land zum Licht ich suchte
deinen Blick
hielt lange genug still
an der Deichkrone der Bussard
war immer über uns
unter dem Himmel
gingen wir zügig querfeldein
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Frühjahrsstürme 
10.3.19, 18:47
Geposted von Kerstin Seidel

FRÜHJAHRSSTÜRME



sind noch nicht vorüber und
an den Tonnen reißt im Hof
der Wind, seltsames Sehnen
hallt in seinem Rauschen wider,
bück dich und pflücke Blumen,
er ahnt nicht,
dass wir eingeschlossen sind.
Er weiß Nichts von den fremden
Liedern, die vom Fluss her wehen
und von den Menschen,
die sich lieben, aber Helles
nur im Dunkeln sehen,
jetzt soll ich still sein,
denn mein Kind will singen,
es sucht noch immer
seinen Stern und mir
will heut nichts so recht gelingen,
ich geh hinein und
schaue eine Stunde fern,
ich sitze still und
ahne schon den Mai,
mit Mauerseglern,
Sturz im Fluge und
Flügelschlägen hoch und frei
the sky is the Limit nicht
das Blau und ich
wäre gerne so wie sie, aber bin
dieselbe Frau auf einem Foto
schau ich beklommen
und sitz dort drüben
an unserem runden Tisch,
dort warte ich, bis
was mich bedrückt genommen
und werde danach
wieder frühlingsfrisch
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