TRAUMTÄNZER 
23.11.19, 11:01
Geposted von Kerstin Seidel

TRAUMTÄNZER



Kurt:

Im Freiflug in die Nacht hängen
lassen wir uns ohne Hemd
die Berührung ein Meer
in sanften Wellen strömen
wir einander die Haut
brennt Deinen Mond in
meine
Kerstin:

Melodie webt sich Wissen
um den Klang des Windes
und des Wir ein Hauch von
Harmonie von Crescendo
so zusammen Erwachsen
die Wurzeln tief unter der Haut
umschließen mein Herz
hier keimt Hoffnung

Kurt:

im bodenlosen Raum
schweben der Wolkenspur
entlang in Lichtjahren
pflücken wir Regentrauben
aus der Sonnenburg lachen
uns Farbkrumen entgegen
des Uhrzeigersinns landen
auf

Kerstin:

der Herzseite hinter unserem
Haus geborgen und warm wächst
ein Weg, teilt sich in Tag und
Traum umarmen wir
schwerelos unsere Zeit steht
unter diesem guten Stern
wandeln wir auf eigenen Spuren
stehen wir auf beiden Beinen
kopfüber im Meer

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WENDEPUNKT 
23.11.19, 10:57
Geposted von Kerstin Seidel

WENDEPUNKT



Kerstin:

Die Tiefen, die uns erwarten
sind an der Oberfläche zart
blau wie der Morgenhimmel
und wir fallen nicht, wir schweben
schwerelos streifen Bäume,
deren Blätter wie ein Regenbogen
leuchten uns entgegen
Kurt:

und ja, wir haben die Ozeane
ergründet, ausgelotet und klar
das JA in die Welt gerufen
sind wir beide, trotz allem
diese Wunderpfänder
schaffen nicht so viele
denken, wie wir sind,
aber

Kerstin:

jetzt schlägt das Wetter um
wolkenlos statt sturmgepeitscht
Wellen weich zugleich das
Wirbeln unter der Oberfläche
verspricht Tiefe der Ton
bricht die Stille der Soundtrack
zum Leben ist unser Lachen
lauthals, lichterloh scheinen
hinter dem Fenster Farben

Kurt:

die wir hervor kramen
auch Donner und Blitz
bringt sie zum Leuchten
die Luft die wir atmen
Wahres liegt uns
auf den Lippen lesen
was in den Augen steht

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DUMM 
6.11.19, 14:06
Geposted von Kerstin Seidel

DUMM



Dies ist der Weisheit
letzter Schluss, ist
Langeweile, Überfluss
hat jeder Alles jederzeit
massenweise griffbereit
in feinen Häppchen
sinnzerkaut der Worte
Hülle vorverdaut giert
Geifer nach dem Recht,
ziert Schlimmes
schlichtes Echt mit
Schnörkel, Schleifchen
Kringel macht jedes Ding
zum Dingel verwandelt
Gold in Blei kommt fein
daher und gibt sich frei,
blendet uns mit Plüsch
so kuschelweich so
frühlingsfrisch Gefühl
aus der Retorte reden
ohne Worte nach oben
buckelnd nach unten tritt
den Kopf im Sand,
die Hand im Schritt
und keine Zeit für zuviel
Fragen zu glücklich um
es zu ertragen, zu traurig
in die Welt entlassen
die Dummheit will
und will uns
nicht verlassen!

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BLAU 
6.11.19, 14:04
Geposted von Kerstin Seidel

BLAU



Ich entdeckte dein Hemd noch
hautwarm hing es am Haken
hinter der Tür, also soll es
dieser Stoff sein, der mir
den Abend schultert, webfeine
Fäden, gefältelter Flachs
in deiner Farbe liegt Freiheit blau
Bewegungsfreiheit- Regungsfreiheit
und ich staune, stehe reglos
wie der Vogel auf unserem Dach
dahin schweben könnte, aber
bei uns bleibt als Geschenk
der Gegenwart,
wo der Puls einer Blume genügt,
um uns zu vergeben,
diese Variation von Wahrheit
als wäre alles schon einmal getan und
gesagt worden, reichte hinaus
weit übers Eingebläute zum Stoff,
der sich ins Unberührte erstreckt
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DAS IST DIE KUNST 
31.10.19, 11:56
Geposted von Kerstin Seidel

DAS IST DIE KUNST



Geh dir
nicht verloren
hinter deinem Rücken
machen Sie Handzeichen
unter die Gürtellinie passt
noch eine handbreit
Gehässigkeit in lindgrün
Ton in Ton mit den Tapeten
im Treppenhaus derselbe Tratsch
gut so: seit damals dieselbe
Notdurft der Neider lässt
kaum Luft auf Lilienhaftes und
Luftballons bleiben geplatzt
im Luftleeren sei lebendig

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GEERDET 
27.10.19, 11:58
Geposted von Kerstin Seidel

GEERDET



Wenn die Welt so nass ist
von dem großen Regen
sind die Farben satt
gesaugt und die kleinen
Flüsse haben ihre Grenzen
überschritten, kleines Groß
bist größer jetzt und die
kleinen Großen schwimmen
durch dich durch anstatt
wie sonst dich hoch
zu überfliegen
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WIEDER NACH PARIS 
27.10.19, 11:55
Geposted von Kerstin Seidel

WIEDER NACH PARIS



Nach Hause
Sonne,
wie Paris,
in diesen Breiten
ist eine Begegnung,
ein Sonnenstrahl
der treibt mich
aus dem Haus ich will
mit Dir
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FÜLLEN SIE MICH! 
27.10.19, 11:53
Geposted von Kerstin Seidel

FÜLLEN SIE MICH!



Hier wie überall
mit Sinn
entleertem In-
halt – FÜLLEN SIE MICH?
Randvoll, aber schnell
sind sie wieder geleert.
Dann FÜLLEN SIE MICH nach
bis sie voll
kommen
klar
kommen Sie
und spülen sie sich einfach mal aus –
oder FÜLLEN SIE SICH!
Wenn sie sich leer
laufen
lassen sie
es sich gut gehen
fahren sie fort
bis zur nächsten Völlerei, dort
FÜLLEN SIE MICH ab
und zu sind sie
voller Tatendrang, dann
FÜLLEN SIE etwas
aus – ein Kontakt-
formular, voll-
ständig!
Sie fühlen
den Taschen und Tatsachen
auf den Grund

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URSPRUNG 
27.10.19, 11:51
Geposted von Kerstin Seidel

URSPRUNG



Regen netzt meine Augen und
des Kornes Duft streift
Rauch vom Feuer- Brot
und Wärme und du:
verbrennendes Buchengehölz,
Teig formt unter Händen sich,
die schwielig sind und schwerer
Atem dient dem Blut
sei Erde und Erde meine Stirn,
mein Blut sei Erde und Erde
mein Leib sei dein Land
so weit wie nah
macht uns vergesslich
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CHANCE 
27.10.19, 11:50
Geposted von Kerstin Seidel

CHANCE



Die nackten Äste vorm alten Haus
reden womöglich vom Herbst
vom Reifen im Regen und
rotem Laub unter der Treppe
liegt das Licht und lauert schon
auf den Frühling zwei Zweige
schwimmen traurig im Blau
blicken ins offene Fenster
und sind verschlungen
mit dem Wind
eine kalte Sonne
treibt zwei Knospen
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