C- Halloween  
31.10.20, 12:35
Geposted von Kerstin Seidel

C- Halloween,



auferstandene Dämonen
im Dämmerlicht sammeln
süßes Fleisch
wirft Schatten
auf den Wegen
wurzelt Angst
liegen Träume
verborgen
unter Herbstlaub
keimt Hoffnung
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Courage  
28.10.20, 18:22
Geposted von Kerstin Seidel
Heute wichtiger denn je:

COURAGE



Steh nicht da
wie ein Strich-
männchen machen,
Pfötchen geben,
lass mal andere,
geh du auf große Fahrt
und schick mir
eine Oase
ein Stück aus der Mauer,
einen Felsen aus der Brandung
etwas Großes,
das in keine
Schublade
passt

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Schlafwandeln  
25.10.20, 18:08
Geposted von Kerstin Seidel

SCHLAFWANDELN



Bei Nacht verwandelt sich
stiller Tau in Regentropfen
und Bäume wachsen heimlich
entfalten sich Blüten im Mondlicht
tanzen Myriaden von Mücken
und Menschen schlafwandeln
auf nackten Marmorfliesen
leben Schatten im Flackerlicht
der Laternen wimmeln Motten
und beflügeln die Nacht,
die Gärten warten unbewacht
flammen Rosenbüsche
zum lodernden Himmelskörper
und die Einsamen fliehen
vor ihren Träumen
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Kuss  
23.10.20, 16:02
Geposted von Kerstin Seidel

KUSS



Den Himmel gehellt
mit einem Kuss, der
mir am Morgen begegnete,
und in der Mitte der Straße
stand die Möglichkeit der Umkehr,
wenn du kommst zu mir
mit halbgeöffneten Lippen
verwandle ich mich in Haut
nah am Knöchel, der deiner
Hand geweiht ist, knapp unter
dem Gelenk, um dir nah zu sein
immer mehr, immer mehr Helligkeit
bis hin zum Himmel mit der
Aufrichtigkeit des Atems
an deinem Hals
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Kunst und Kommerz 
23.10.20, 10:12
Geposted von Kerstin Seidel

KUNST und KOMMERZ



Was macht einen erfolgreichen Künstler, einen der Menschen dazu bringt seine Kunst zu schätzen UND zu kaufen, aus?
Ist Authentizität und Individualität wichtig oder ist es, im Hinblick auf kommerziellen Erfolg, ratsam sich an den Geschmack und den Habitus bestimmter, kaufkräftiger Klientel anzupassen, indem der Künstler z.B. auf Attribute achtet? Das können beispielsweise Designerkleider- und Schuhe sein, es wäre dann auch immer die passende Location notwendig, wo sich der Geldadel trifft. Wichtig auch, mit einem Glas Champagner mit den „richtigen“ Leuten gesehen, noch besser, von der Presse fotografiert zu werden, um zu demonstrieren, schaut her „Ich bin zwar Künstler, aber gehöre zur Highsociety, bin quasi einer von euch“.

Ist das echt notwendig? Sich selbst zu einer Marke stilisieren? Ein Image zu kreieren, das dem Konsumenten gefällt?

Es birgt doch so sehr das Risiko, sich anzubiedern. Geht es darum in der Kunst?
Natürlich kauft der Mensch mit meiner Kunst etwas, das ihn anspricht, berührt, inspiriert, dekoriert. Aber muss ich mich dazu auch dekorieren und prostituieren?

Ich denke, echte Kunst ist frei, ist Ausdruck meiner Persönlichkeit und meine Persönlichkeit ist dementsprechend Ausdruck meiner Kunst.

Meine Erfahrung ist, dass Menschen sehr wohl spüren, ob etwas künstlich oder künstlerisch gemeint und gestaltet ist. Künstler zu sein, bedeutet für mich, unabdingbar schöpferisch zu sein. Ich bin das, ich hab es mir nicht ausgesucht. Dementsprechend kann man sich nicht dazu machen. Man ist Künstler, man lebt das und diese Art der Existenz, unsere „Spezies“, fasziniert Menschen.

Es geht nicht darum, ein Produkt zu lancieren, nicht um das Konsumieren eines Angebots, sondern um individuelles Erleben und daraus resultierende Prozesse. Diese Erkenntnisprozesse kann es nur geben, wenn Kunst echt und unangepasst bleibt, eine „Tochter der Freiheit“. Ein Picasso war nicht deswegen erfolgreich, weil er versucht hat seine Werke zu verkaufen sondern weil er verkauft hat, war er erfolgreich! Am Anfang stand aber, wie bei jedem großen Künstler, sein Wille zur Selbstverwirklichung! Daher ist es elementar wichtig sich Selbst treu zu bleiben!
Ich bin davon überzeugt, dass man sich kein Image geben kann, man muss das Image sein. Das garantiert vielleicht keinen kommerziellen Erfolg, aber die Lust sich morgens im Spiegel in die Augen zu schauen.
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Am Deich  
20.10.20, 10:01
Geposted von Kerstin Seidel

Am Deich



Unter der Wange der Wiese
rollen Sedimente,
kitzeln Halme den Stein
wärmt die Sonne das Dach
kippt seitwärts der Weg
knickt der Asphalt
zur kurvigen Kruste
auf bauchigen Hügeln
weiden Wolken
legt Regen
die Schleier ab
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Volumen  
19.10.20, 11:32
Geposted von Kerstin Seidel

VOLUMEN



Federfüssig vibriert das Licht
ziert die Kanten des Himmels
blaue Bordüre aus Blicken so
passgenau flechte ich
Farben in Wolken und
Wände häuten sich,
weiten sich zum Wunder
hinter der Schläfe
schleift sich die Sense
schnittert Träume tröpfeln
über den Rand -
hier erwache ich
in einem Zelt aus Zeit
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ZUHAUSE  
18.10.20, 10:24
Geposted von Kerstin Seidel

ZUHAUSE



Licht steht still
auf glitzerndem Gras
wandert mein Schatten
in Wolkenschrift über das Haus
und im Moment flügelt die Tür
nach Innen die Wärme der Steine
verklinkerte Schale darunter
wurzelt ein Stern
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Leben  
16.10.20, 18:06
Geposted von Kerstin Seidel

LEBEN


Changierend als Wind,
als Blatt um eine Stimme ringend
Akkorde von Bunt ohne Schwarz
formbar sich ausdehnend innerhalb
filigrane Fäden als Netz,
als Nabelschnur zur Zeit
sich erden, ohne Wurzeln, ohne Ende
als Bewusstsein, Affinitäten,
um verletzlich zu bleiben,
fern von Spekulationen,
als unzerstörbare Blume,
als gewollte Unsichtbarkeit,
Changierend als Befruchtung
zwischen Intelligenz und Wolke
wie ein unabdingbares Instrument
klingende Komposition
aus Licht und Energie,
als Vorschlag für das Leben,
als steter Funke
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SPUREN  
15.10.20, 20:22
Geposted von Kerstin Seidel

SPUREN



Im Wald ganz weit
hinter Heidelbeerbüschen
unter Farnwedeln fand ich
den Fußabdruck des Mondes,
fand ihn und legte ihn zusammen, sichelförmig, silberschimmernd
stand er still am Ende des Weges
von hier aus ging es senkrecht
zum Himmel und sein Licht kämmte
die Wolken von West nach Ost
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