Hexe 
20.12.16, 06:42
Geposted von Kerstin Seidel

Hexe!



Sich selbst zu wiederholen
ohne Schatten gehen
in den Spuren der Hexen
die die Seele halten
den Geist von Generation
zu Generation Frau, Heilerin
im Glauben unter dem Kreuz
gemordet über den Feldern lodert
das Feuer, das Gelb, die Scheibe,
der volle Mond ist Zeuge
ihres Zorns ihr Wort zwingt
die Blätter zum Tanz
erheben sie sich in lodernde Luft
laut der Legende
können sie fliegen

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Perlentaucherin 
18.12.16, 09:15
Geposted von Kerstin Seidel

Perlentaucherin



Perlentaucher

los spring
von der Klippe
tief tauchen unter
die Schmerzgrenze meerblau,
mondschwarz oder sonnenrot
brennt Hass hör auf
zu zittern, lass los,
lern atmen unter Wasser
geht das mit geschlossenen Augen
vorwärts bewegen gegen den Strom
schwimmen, tiefer tauchen ist gut
für dich nimm Muscheln mit
harter Schale innen versteckt sich
die Perle drum herum Wundfleisch
was sie sehen ist das Rohe, Nackte
du allein findest das Ich,
ahnst das Reine ist diese
weiße Kostbarkeit versteckt unter
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Ankunft am Meer! 
16.12.16, 06:28
Geposted von Kerstin Seidel

Ankunft am Meer!



Es duftet dein Blick
das Blaue wächst durch
das Dunkel hindurch
fallen Lichttropfen
auf der Straße zum Meer
stand dein Auto bereit,
aber ich wollte nicht
fahren, ich stellte mir vor
hier dich zu küssen
ist wie eine ungeahnte
Ankunft köstlich,
unendlicher Genuss,
Gebrause, Rausch
strömt das Meer durch
die geöffneten Fenster
und die Bewegung
der Sonne, das Immer
liegt dort unten am Strand
und schmilzt in den Tag

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Vielsagend! 
15.12.16, 06:54
Geposted von Kerstin Seidel

Vielsagend!



Mann
Geliebter
Freund
Verbündeter
gegen die Nacht
halte mich, sagst du
ganz ohne Worte
kommen sogar wir
nicht aus

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Akut überfordert! 
14.12.16, 15:21
Geposted von Kerstin Seidel

Akut überfordert!


Menschlichkeit
ist zur Zeit
zu viel gewollt,
es sollt erst mal
gelingen sich nicht
gegenseitig umzubringen
vielmehr zu lassen
statt zu hassen
wäre doch
ein schönes Ziel
oder ist das schon zu viel
verlangt es scheint
der Stern so lange her,
jetzt fällt menschlich sein
uns Menschen schwer

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Erfüllung! 
11.12.16, 09:18
Geposted von Kerstin Seidel

Erfüllung!



Du bist so still,
nimmst mir den Atem
nimmst mir das Wort
aus dem Mund,
lässt deine Hände
fragen nach mir,

hier

habe ich mehr
als eine Sehnsucht
für dich

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Das Schlangenkleid 
10.12.16, 09:56
Geposted von Kerstin Seidel

DAS SCHLANGENKLEID



die schöne neue Hülle,
die du in Händen hältst diese
herausgeschlüpfte Haut
liegt im Nest wundnass
regnet es das braune Wasser
verlässt das Schilf erdwärts
drückt nieder das Gras
mein Herz hundertjährig
und rissig geliebtes Gewebe
durch dünnen Mantel
sickert Sehnsucht nach innen,
wer von uns Beiden
ist jetzt der Tote

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Bereit zu wachsen! 
9.12.16, 19:35
Geposted von Kerstin Seidel

Bereit zu wachsen!



Es kreist um mich
der leise Sternenstaub
von einer Schlafspitze
zur anderen wagt er
die tollsten Pirouetten
setzt sich Maikäferfühler auf,
teilt mit Schmetterlingsflügeln
die fetten Regenwolken und
satten Schäfchenwolken
zerzaust er mit sanftschweifenden
Strahlespitzen bis ihre Wolle
mich wuschelt sanft wie Tautropfen
tragen sie mich in die Erde, mich
kleine Krokuszwiebel,
dort liege ich eingepflanzt und
bereit zu wachsen

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Was bleibt 
6.12.16, 20:45
Geposted von Kerstin Seidel

Was bleibt!



Stumme Liebende
sind wir zwischen schwarz und rot
legen unsere Lippen die Wahrheit
lahm wie alte Feinde fallen
körperlose Sätze zwischen uns
flüchtet der Atem hinter unsere Zähne
haben ihren Biss verloren, aber
der Code lag uns eben noch
auf der Zunge doppelt gesichert
die Form manifestiert sich erstarrt
im Spiegel der Inhalt
unergründliches Mienenspiel
wie eine Aspirin zersprudelt
im Glas bleibt der Bodensatz
deines Lächelns

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Es gibt so viele Momente 
4.12.16, 19:43
Geposted von Kerstin Seidel

Es gibt so viele Momente,



in denen ich an dich denke,
wenn ich mir Tee eingieße und
genieße wie er schmeckt nach
Rollbusch-Karamell da ganz
schnell steht dein Bild vor mir
wir, in deiner Küche am Tisch
ich mal wieder Zeit zerredend
und du lebend im Hier und Jetzt
verletzt und trotzdem so heil,
weil du wusstest was es war nur
ein paar kleine Augenblicke,
Stücke, die wir selbst geschrieben
blieben besser ungespielt, wer liebt
schon wen und wo und wann
mannomann noch so viele Momente,
in denen ich dich vergessen kann

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