URLAUB 
3.8.19, 13:02
Geposted von Kerstin Seidel

URLAUB



Zeit haben
wie Heu
weiche Wonne
wohlhummeln
im Hintern haben wir
Pause ohne Ende
endlich sein und
diese Mütze nehmen
voll Schlaf und dann
ein Traum-
tag unter uns die Milch-
straßen bummeln
westwärts halleluja
außer Rand und
Band geraten
endlich mal hören
wie die Flöhe husten
hinter‘n Horizont
die Sorgen sinken lassen

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LEBEN 
3.8.19, 12:59
Geposted von Kerstin Seidel

LEBEN



Der Tag streckt
seine Arme aus,
die Sonne schreit,
in den Weg
brennt sich die Spur,
der Blick schweift
über Wälder weit.
Auf blauen Schwingen
kommt der Lärm
zum Schweben,
seltsamer Vogel
Leben
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HEIMAT 
3.8.19, 12:57
Geposted von Kerstin Seidel

HEIMAT



Ich habe ein Bild, Stimme,
Erinnerung an meine Mutter
in ihren Augen segelt ein Boot
endlos versenkt sie sämtliche
Hoffnung, damit ich meine Heimat
zwischen den Sternen suche
und finde meinen Geliebten dort
strickt er aus den Strahlen der Sonne
ein Kleid für den Deich und
pflanzt Rosen in die Steine,
ich mache meine Schuhe aus Dornen
und mein Brot aus den Blüten
vom neuen Morgen
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DER SOMMER 
3.8.19, 12:54
Geposted von Kerstin Seidel

Der Sommer



ertrinkt in Farben, Buchen
bluten aus, fließend
frisch Tauhalme tausend
und ein verflochtenes Glitzern
im schwer schwebenden Laub
Fäden flechten Altweiberstreit ein
und Traumvögel flüchten ins Uferlos

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ECHO 
3.8.19, 12:52
Geposted von Kerstin Seidel

ECHO


Des Kornes Duft reift,
streift Rauch vom Feuer,
Versprechen auf Brot und Wärme,
verbrenndes Gehölz diese Glut
trägt Geheimnisse wie ein Freund
in die Nacht sternenvoll, blasig
blähen die Himmel sich bis
hart ans flimmernde Zerplatzen
saugt hungrige Finsternis
an der Erde ruht meine Stirn
und meine Stimme sei ihr Echo

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UNIFORM 
3.8.19, 12:50
Geposted von Kerstin Seidel

UNIFORM



Das sitzt wie
eine zweite Haut,
eine Uniform, gestärkt,
frisch gewaschen und
nachts an den Schrank gehängt
überm Bügel glatt gestrichen leer
die Taschen, tadellos der Schnitt
passt hauteng mit Platz für nichts
drunter außer Knochen fest
um den Hals der Kragen weiß
geschminkt und weggelächelt
das Gesicht

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Über Nacht 
3.8.19, 12:48
Geposted von Kerstin Seidel

Über Nacht



friert das Lachen
der Kinder junge Katzen
ersaufen im Schlaf
vergessen schlingert
die Wäsche auf der Leine
im Sommerwind spielt
Stumpfsinn, Axt, leerer Zwinger
im Zimmer sind alle wach
und wir legen unsere Lippen
auf den Rhabarber flüstern
bleib stehen, blödes Herz

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REISE 
3.8.19, 12:47
Geposted von Kerstin Seidel

Reise



ins Innere des Fotos
Erinnerung, farbige
aus ihrem Innern
leuchtende Scherben,
hautnah, ein kleines Grasstück,
ein Gedächtnis, gebettet auf die Lamellen
der Lichtgeschwindigkeit, netzgrün Schemen-
haft am Sichtfenster
belebt sich die Weite
in helles und dunkleres
es öffnet mir die Augen
wohin
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ATME 
3.8.19, 12:45
Geposted von Kerstin Seidel

ATME



Atme suchend die Sonne
brennt mir ins Fleisch
allein schlucke ich den Schlaf
fresse alles Grün dieser Erde
und atme süchtig den Sommer
verbrennt in mir das Meer
der Einsamkeit ertränkt mich
in trockener Erde und Sand
streut mir in die Augen und
nennt es Wahrheit

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JULIHIMMEL 
3.8.19, 12:44
Geposted von Kerstin Seidel

JULIHIMMEL



Mein Irrtum oder deiner, was soll er
uns? Wir haben einen Schimmer,
Halluzinationen, Horizont, Haufen Stoffs,
zwischen denen sich nachts die Klarheiten ballen,
legen wir Hand an
die Deichsel, im Vertrauen auf Erreichbarkeiten,
die Distanzen in den Augenwinkel gaukeln Gewissheit,
was wir wissen wach bleiben,
nicht haben, kann uns nicht bewegen,
aber wir geben nicht auf, Nähe, hören nicht auf lautlos, entrückt
wie jedes Inferno, das wir kennen, stürzt es
hinter die Hecke, sagen wir und meinen
Gerölle, nie ausgehöhlt von anderem als Wünschen bleibt unser Haus heil

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