STILLE 
14.1.19, 21:49
Geposted von Kerstin Seidel

STILLE



Das stellt die Zeit
fest als wäre jede Bewegung
von Sinnen im Sturmzenit
kreuzt hier und dort nur
die Linie der summenden Luft
den stillen Raum reglos
der Abstand von Geräuschen
des Alltags, Autos, Motorengeräusche
werden größer als wäre alles
Lebendige plötzlich schüchtern,
alle Bäume schattenlos, vergessen
das harrende Heute wird fremder
und wie eingezogen meine Seele
nach innen sehnt sich nach
Stille
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PÜNKTLICHE ANKUNFT 
14.1.19, 21:46
Geposted von Kerstin Seidel

PÜNKTLICHE ANKUNFT



Ich möchte geborgen sein -
ein Park bietet sich an, Fleetplatz und
Frauen unter dem Kopftuch frisches
Grün unter den Marktständen Männer
mit einer Meinung nennen ihre Gründe
ich grüße die Mütter, die Wohnungen
sehen Ihnen ähnlich,
Fenster aus denen man
die Spielplätze im Auge hat,
ich weiß, die Geschichte wird uns meinen,
wenn es dazu kommt,
möchte ich auf der sicheren Seite sein,
wo ein Haus verspricht ein Haus zu sein
werde ich die Zukunft anzetteln,
irgendwann nehm ich den Bus
für Dünnhäutige, der fährt auch
im Dunkeln werde ich pünktlich
zuhause sein
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ERINNERUNG AN DEN HIMMEL 
5.1.19, 13:03
Geposted von Kerstin Seidel

ERINNERUNG AN DEN HIMMEL



Ein Engel bin ich unsterblich und
des Fliegens müde halt ich inne
und sinne über dich, du Mensch:
Du ruheloses Wesen rennst und
rinnst wie Zeit durch meine Finger
bleibt dein Ohr taub
dem Überbringer für das Wort,
du suchst dich fort und
deiner Seele fern zerfällt dein Leib
zu Staub kaum, dass ich dich halte,
als hättest du auf meinen Flügelspitzen,
dich niedergelassen,
um nur kurz zu sitzen und
auszuruhen wie ein Falter flatternd
in das Licht, doch das Hell
erkennst du nicht, das Blau
des Himmels, seinen Glanz,
du drehst dich um dich selbst
in nimmersattem Tanz und ich ersehne Dir,
Linie, Ruhe, Friede, der im Herzen wohnt,
du such mich nicht am Horizont,
ich bleib ein Wolkenwesen und Dir
stets gewogen,
zu deinen Füßen liegt die Erde
Dir zum Rund gebogen nun
werde, was du bist, kein Teil,
ein Ganzes,
ein Freies und dir selbst
ein wahres Heil

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GEBURT DES WIR 
5.1.19, 13:01
Geposted von Kerstin Seidel

GEBURT DES WIR



Es war dieser Moment
bevor sich die Welt schließt
und wir aus ihrem Blick traten,
der von Anfang an unsere Jugend,
unsere Jahre besiegelte

Es war diese zitternde Stunde
am Grunde unseres Seins,
die unsere Farben ins Endlose
schleuderte und das Licht
in Schlaflosigkeit bannte

Es war dieser eine Blick,
der die Nachmittage neu
machte zu den Ursprüngen
unserer Unmöglichkeit führte,
zu den Wurzeln unserer Wahrheit

Es war so, dass unsere Lippen
leer blieben und unsere Hände voll
waren mit den Versprechen,
die die Welt uns gab, um uns
in ihrem Schweigen zu erneuern

Es war dieser Augenblick
unserer Anwesenheit im Spiegel
des Seins, als Wir nach Lichtklecksen
suchten und mit Leichtigkeit
geboren wurden

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WEIHNACHTSGRUSS 2018 
25.12.18, 10:35
Geposted von Kerstin Seidel

Liebe Freunde,



wir wünschen Euch ein glückliches Weihnachts-, Friedens - und Liebesfest! Beschenkt Euch mit den echt wertvollen Dingen, die nichts kosten, ein Lächeln, ein offenes Ohr, ein freundliches Wort, eine nette Geste, eine Umarmung oder eine gemeinsame Unternehmung und lasst es Euch gut gehen!
Wir danken Euch für Euer Mitunssein,
für Eure Kritik, für Eure Anerkennung und Eure Meinungen! Wir haben so viele wohlwollende, liebevolle und aufrichtige Menschen kennen gelernt und fühlen uns sehr bereichert.

Liebe Grüße,
Kerstin und Kurt
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GEDANKEN ZUR WEIHNACHT IN MEINER STADT 
25.12.18, 10:33
Geposted von Kerstin Seidel

GEDANKEN ZUR WEIHNACHT IN MEINER STADT:



Eine Plastikwelt, die jedes Echte
plump entstellt, wo Wärme nur
aus Bechern dampft und Dumpfes
durch die Straßen stampft,
an jeder Ecke sitzen Bettler,
auf Plätzen warnen Welterrettler
vor dies, vor dem und das zu viel,
ein nimmermüdes Possenspiel
die Krippe vor dem Coffeeshop
wie jedes Jahr ein öder Flop,
vorbei drängt sich buntes Treiben,
keine Zeit zum Stehenbleiben, schnell,
schnell huscht die gehetzte Menge
zum Glühweinstand in das Gedränge
klingen, singen fromme Lieder
vom Hüttendach schauen Engel nieder,
fein in Zellophan gehüllt
das Schmalzgebäck die Seele stillt,
so fettig, süß und klebrig heiß,
das Karussell dreht sich im Kreis
zum Liede, „lasst uns froh und munter“,
die Kinder warten auf das Wunder,
das die Weihnacht bringen soll,
Eltern stopfen Taschen voll
und alle merken irgendwann,
das man sich Glück
nicht kaufen kann

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FRÜHER FROST 
25.12.18, 10:31
Geposted von Kerstin Seidel

FRÜHER FROST



Um mich versammelt
ragt die stumme Runde
von Ulmen am Ufer, die Blätter
mit Perlen aus Eis darauf
das rinnende Wasser
unter schneebedecktem Wind
folgten wir dem späten Licht
zum Saum des schlafenden Sees,
der aufsteigt aus der Wiese
wie ein Traum aus einem Taj Mahal
aus mäandernden Flüssen und Flüstern,
ein Leuchten und im Innern,
du
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RETTUNG 
9.12.18, 12:15
Geposted von Kerstin Seidel

RETTUNG



Hinter Glas sah sie
die Partitur der Flocken
und ihr Denken wurde leicht,
wirbelte in Worten und
verzweigte sich sechseckig
seltsam wie sich Dinge trennen
von Namen und nichts sind
als Nuancen der Nacht und sie
entschied irgendwann einfach
stehen zu bleiben, stand,
sandte Signale durch dichten
Schneefall zu Wegen und
Brücken und Birken lichte,
kurze Kreise, um die Flocken
zu pflücken aus der Kälte
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VERGÄNGLICH 
9.12.18, 12:13
Geposted von Kerstin Seidel

VERGÄNGLICH



Ohrentaub gestellt,
Blick scheuklappengerichtet
Gleichschritt gesinnt,
aber wir sind mehr
als das Ganze tragen
den Himmel aus dem Haus,
unsere Mutter ist eine Wolke,
die uns wiegte im Wind in
diesem Reich aus Regen
und Licht sind wir wirklich
sichtbar erst im Verschwinden

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HERBSTENDE 
9.12.18, 12:12
Geposted von Kerstin Seidel

HERBSTENDE



So spät im Jahr sind wir
unter einer matten Sonne,
die jetzt verschwindet
während wir still stehen
auf dem Deich und uns
abwenden, müde werden
und die Stühle auf dem Tisch
liegen unter der großen Plane
geschützt vor dem Regen aber
der Wind kriecht unter die Wolken
bis mich fröstelt und ich
möchte dich fragen was kommt,
ohne die Antwort zu kennen und
ich möchte dich bitten, ohne
die Frage zu stellen und ich denke
an die Stille der Spielplätze bei Nacht
reiße ich die letzten Blätter vom Baum,
pflücke die späten Rosen
und spiele Herbst

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